Benin-Bronzen: Staatsregierung verschleudert international bedeutende Kunstschätze – Und weiß nun selbst nicht mehr, wo sich die Bronzen jetzt befinden!

Es ist ein Skandal, der seinesgleichen sucht: Im Juli 2022 hatte sich die sächsische Staatsregierung (Barbara Klepsch, CDU) gemeinsam mit der Bundesregierung (Annalena Baerbock und Claudia Roth, Grüne) dazu entschlossen, die u. a. in sächsischen Museen lagernden „Beninbronzen“ dem Staat Nigeria zu übergeben. Zahlreiche Ethnologen, Kunstexperten und auf politischer Ebene auch die AfD-Fraktionen im Deutschen Bundestag sowie im Sächsischen Landtag mahnten im Vorfeld vor den Gefahren dieser Übergabe – die kulturgeschichtlich wertvollen Bronzen könnten, anstelle in einem nigerianischen Museum weiterhin für die Öffentlichkeit ausgestellt zu werden, in private Hände verschwinden oder gar auf dem Schwarzmarkt landen. Trotz aller Mahnung flogen Baerbock und Roth im Dezember 2022 nach Nigeria, im Gepäck gleich mehrere Stücke aus den Völkerkundemuseen von Leipzig und Dresden.

Eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 8/7339) des Meißner AfD-Landtagsabgeordneten Thomas Kirste an die sächsische Staatsregierung ergab nun: Die Staatsregierung hat keine blasse Ahnung, wo sich diese zurückgegebenen Beninbronzen jetzt befinden. Im dafür vorgesehenen „Museum of West African Art“ (MOWAA) in der nigerianischen Stadt Benin City, welches damals eigens für die Ausstellung der zurückgegebenen Beninbronzen errichtet wurde, sind sie schon mal nicht. Dieser Museumsbau wurde laut New York Times von Deutschland übrigens mit 4,5 Millionen Euro gefördert.

Eingetroffen ist, wovor auch Thomas Kirste als kulturpolitischer Sprecher der sächsischen AfD-Fraktion mehrfach warnte: Die Beninbronzen sind verschwunden und der Öffentlichkeit möglicherweise auf immer verloren.

Woher stammen diese Bronzen eigentlich? Seit dem 16. Jahrhundert war das westafrikanische Königreich Benin aktiv in den transatlantischen Sklavenhandel verwickelt, raubte in Kriegszügen Menschen aus den umliegenden afrikanischen Gebieten und verkaufte diese zumeist an portugiesische Sklavenhändler. Die Portugiesen belieferten den Oba (König) von Benin dafür mit Metallen, die übrigens aus Bergwerken im Rheinland stammten, aus welchen von afrikanischen Handwerkern wiederum die Beninbronzen hergestellt wurden.

Im Jahr 1897 wollten britische Diplomaten mit dem – damals noch unabhängigen – Benin einen Handelsvertrag abschließen, wurden vom regierenden Oba jedoch in einen Hinterhalt gelockt und zusammen mit rund 200 afrikanischen Hilfsarbeitern brutal ermordet. Im Februar 1897 entsandte Großbritannien eine Strafexpedition von 5.000 Soldaten gegen jenen Oba nach Benin, welche nach kurzen Gefechten Benin City einnahmen und dort auf grauenvolle Zustände stießen: Kurz vorab hatte der Oba zahllose Menschen foltern, verstümmeln und als „Menschenopfer“ für sein Kriegsglück töten lassen. Allein aus seinem Palast befreiten die Briten über 100 Sklaven. Dort fanden Soldaten auch die Beninbronzen wieder, welche als Kriegsreparation nach Großbritannien verschifft und an europäische wie US-amerikanische Museen verkauft wurden.

Auch Sachsen hatte von Großbritannien Beninbronzen erworben: In den Völkerkundemuseen von Leipzig und Dresden lagern weitere 259 Exponate. Im nigerianischen MOWAA werden auch diese nicht landen. Der heutige Oba des Benin-Volks, ein direkter Nachkomme des damaligen Oba, erklärt sämtliche Bronzen zu seinem Privateigentum und wird von Bundes- und Freistaatsregierung hierin sogar noch bestärkt: Mit seinem Eigentum, so der Tenor, könne er schließlich machen, was er wolle, und sächsisches Eigentum seien diese Bronzen nie gewesen. Obwohl sie von deutschen Museen rechtmäßig erworben wurden. Dieser Skandal ist wirklich präzedenzlos: Unsere eigenen Regierungen aus CDU und Grüne räumen ohne Bedenken unsere Museen leer. Nicht nur wir Sachsen, die gesamte Menschheit verliert dadurch vielleicht für immer einen wichtigen kulturhistorischen Kunstschatz.