Brandkatastrophe Gohrischheide – Feuerwehr sauer auf Landkreis Meißen!

Was in der sächsischen Gohrischheide passiert ist, ist ein Skandal – nicht wegen der Feuerwehr, sondern wegen Politik und Verwaltung. Während auf munitionsverseuchtem Gelände im Juli 2025 rund 2400 Hektar brannten, waren es unsere freiwilligen Feuerwehrleute, die ohne Zögern als erste vor Ort standen: Pünktlich, pflichtbewusst, einsatzbereit – obwohl dort eigentlich Spezialkräfte und Spezialtechnik frühzeitig hätten eingesetzt werden müssen. Dass Ehrenamtliche zuerst auf diesen gefährlichen Boden geschickt werden und Fachkräfte samt Technik erst deutlich später kommen, grenzt an Verantwortungslosigkeit und spielt mit Menschenleben.

Und nach dem Einsatz kommt die nächste Ohrfeige: Teilweise warten die Kammeraden auf die Erstattung ihres Verdienstausfalls bis heute. Statt Anerkennung erleben sie mitunter eine Hinhalte-Taktik – Mail-Anfrage, 14 Tage warten, Antwort, wieder 14 Tage warten. Manche verzichten inzwischen sogar auf die Entschädigung, weil der bürokratische Aufwand zu groß ist. Hinzu kommt das Problem, dass nur 10 Einsatz-Stunden erstattungsfähig sind, bei Einsatzplänen mit 12-Stunden und dann aber teils faktischen 15 bis 24-Stunden-Schichten wegen fehlender Ablösung.

Als wäre das nicht genug: Beschädigtes und verbrauchtes Material wird nicht oder erst in ferner Zukunft ersetzt, weil das Geld fehlt. Während an anderer Stelle Millionen an Steuergeld für ideologische Projekte und Verwaltung verpulvert werden, lässt man die verlässlichsten Helfer, die Menschenleben schützen, hier offensichtlich im Regen stehen. Wenn Feuerwehrleute daraus die Konsequenz ziehen, künftig keine Großeinsätze mehr zu fahren – wie nun geschehen –, ist das ein absolutes Alarmzeichen für den Katastrophenschutz.

Statt unsere Kammeraden zu verheizen, müssen wir umsteuern: Wir benötigen praxistaugliche Entschädigungsregeln mit schnelleren und vollständigen Auszahlungen, den zeitnahen Ersatz von Material und einen besseren Umgang mit unseren Ehrenamtlern in Hochrisiko-Lagen.

Auch der Umgang mit munitionsbelasteten Flächen in Sachsen ist weiter in den Fokus zu nehmen, hierzu findet morgen, am 22.01.2026, eine Anhörung im Sächsischen Landtag statt.

Meine Fraktion und ich nehmen die Staatsregierung in die Pflicht, stellen weitere Anfragen und bleiben mit den Betroffenen im Austausch!

Carsten Hütter, MdL

 

https://www.saechsische.de/lokales/meissen-lk/brand-in-gohrischheide-klipphausener-feuerwehr-beklagt-mangelnde-wertschaetzung-CZEWQZWCEZBM5KP3YQSEDWRQXE.html